Kann ich auch Herbstlaub in den Komposter geben?

Als Gartenbesitzer, Balkon- oder Kleingärtner stehst du im Herbst oft vor dem gleichen Problem. Bäume und Sträucher werfen massenhaft Laub ab. Die Blätter sammeln sich in Ecken und auf Wegen. Du fragst dich, ob das ganze Material in den Komposter darf. Du sorgst dich wegen Nässe und möglichem Schimmel. Du hast vielleicht nicht viel Platz. Oder du willst nicht stundenlang Blätter zerkleinern.

In diesem Artikel bekommst du klare, praxisnahe Antworten. Ich zeige dir, welche Arten von Laub sich gut eignen. Du lernst, wie du nasses Laub richtig behandelst. Du erfährst, wie du den Kompost aufbaust, damit er nicht schlägt. Es gibt einfache Tipps zur Schichtung, zum Zerkleinern und zur Mischungsverhältnis von braunem und grünem Material. Ich gehe auf unterschiedliche Komposter-Typen ein. Der Text hilft dir, Platz zu sparen und Geruchs- oder Schimmelprobleme zu vermeiden.

Am Ende kennst du konkrete Schritte, die du sofort umsetzen kannst. Du weißt, wann du Blätter lieber lagern oder anders nutzen solltest. Die Informationen sind für Einsteiger geeignet, aber technisch genug, um effektiv zu arbeiten. Kurz: Du bekommst das Wissen, um Herbstlaub sinnvoll zu kompostieren.

Grundlagen: Herbstlaub und Kompostierung

Herbstlaub ist vor allem Kohlenstoffträger. Blätter bestehen überwiegend aus Zellulose, Hemizellulose, Lignin und verschiedenen Gerbstoffen. Für den Kompostprozess ist das C:N-Verhältnis wichtig. Viele Laubarten haben ein Verhältnis zwischen circa 40:1 und 80:1. Ein ideales Ziel im aktiven Kompost ist rund 25:1 bis 30:1. Das bedeutet: Laub allein ist zu „kohlenstofflastig“. Du brauchst stickstoffreiche Materialien, damit die Zersetzung zügig läuft.

Unterschiede zwischen Laubarten

Eichenlaub enthält viel Lignin und Gerbstoffe. Es zersetzt sich relativ langsam. Buche ist ähnlich, aber oft etwas schneller. Ahorn, Birke und Pappel sind „leichtere“ Laube. Sie zersetzen sich schneller, weil sie weniger Gerbstoffe enthalten. Nadelstreu ist meist säurehaltig und sehr zäh. Du kannst Nadelstreu kompostieren. Dann aber nur in kleinen Anteilen und gut gemischt.

Wie Laub den Kompostprozess beeinflusst

Laub liefert Struktur und Luftporen. Es sorgt dafür, dass der Haufen nicht so stark verdichtet. In reinen Laubhaufen läuft die Zersetzung langsam. Wird Laub geschreddert, steigt die Oberfläche. Die Zersetzung beschleunigt sich deutlich. Feuchtes Laub neigt dazu, zu verklumpen und Luft abzuschließen. Das fördert anaerobe Zustände und unangenehme Gerüche.

Zersetzung und Mikroorganismen

Die Zersetzung startet mit Bakterien, die leicht abbaubare Stoffe angreifen. Danach übernehmen Pilze und actinomyceten die harte Arbeit. Pilze sind besonders wichtig beim Abbau von Zellulose und Lignin. Bodenbewohner wie Regenwürmer und Asseln zerkleinern Material weiter und verteilen Mikroorganismen. Wärme, Feuchte und Sauerstoff steuern die Aktivität.

Wann Laub problematisch oder wertvoll ist

Problematisch wird Laub, wenn es sehr nass und unbehandelt in dicken Lagen auf dem Haufen liegt. Dann entsteht Schimmel. Schimmel im Kompost ist meist harmlos. Wenn du aber Laub mit sichtbaren Krankheitszeichen hast, solltest du es nicht in einen kalten Kompost geben. Wärmekompostierung bei über 55 °C tötet viele Krankheitserreger ab. Wertvoll ist Laub als Langzeit-Kohlenstoffquelle. Gut zersetztes Laub ist hervorragendes Material für die Bodenstruktur und Wasserspeicherung. Aus reinen Blättern entsteht auch Blattkompost oder Blattmulch, das du direkt als Bodenverbesserer nutzen kannst.

Schritt-für-Schritt: Herbstlaub richtig kompostieren

  1. Schritt 1: Laub sammeln

Rechen oder Laubsauger verwenden. Sammle trockenes und feuchtes Laub getrennt. Entferne große Äste. Sortiere sichtbare Krankheitsherde oder Samenstände aus. Diese Blätter solltest du vorsichtig behandeln.

  • Schritt 2: Laub sortieren
  • Unterscheide grob nach Blattart. Eiche und Buche zersetzen sich langsamer. Ahorn und Birke sind leichter. Nadelstreu nur in kleinen Anteilen. Sortieren hilft bei der Planung der Mischung.

  • Schritt 3: Zerkleinern